Samstag, 25. August 2012

Krankenhaus - und das Abenteuer an Geld zu kommen

Ich bin um 3 Uhr in der Nacht aufgewacht. Selbstdiagnose Lebensmittelvergiftung! Habe es nach einer Stunde geschafft wieder einzuschlafen und bin um halb 9 wieder aufgewacht.
Nachdem sich mein Zustand (Fieber, Übelkeit) nicht verbessert hat hab ich beschlossen, dass ins Krankenhaus gehen vielleicht doch keine soooo schlechte Idee ist. Also bin ich zum netten Angestellten des Ryokan, der hat mir ein Taxi gerufen und im Krankenhaus angerufen. Eine sehr kurze Taxifahrt später stand ich vor dem "Krankenhaus" bei dem am Telefon versichert wurde, dass der Arzt englisch kann. Es war ein für japanische Verhältnisse winziges Gebäude und es waren ca. 15 andere Patienten da.
Ich bin also zur Anmeldung, habe in wunderschönstem Japanisch gesagt, dass ich vom Kimi Ryokan komme und ob ich einen Arzt sehen kann der englisch spricht. Es wurde viel geredet, nur nicht mit mir, aber das was ich verstehen konnte ließ mich verstehen... kein englisch sprechender Arzt... auch gut. Dann eben auf die harte Tour!
Mit Hilfe einer ein kleines bisschen englisch sprechenden Schwester, dem überhauptnicht englisch sprechenden Arzt (Handy Übersetzungprogramm) habe ich auf EngPanisch (eine Mischung aus Englisch und Japanisch) erklärt was mir fehlt. Der Arzt hat mich abgetastet und mir ein Rezept gegeben. Ich hab immer noch keine Ahnung was ich hab, er hat es nicht gesagt, ich hätte es wahrscheinlich eh nicht verstanden.
Wer schon mal in einer japanischen Apotheke war, weiß, dass es da anders zugeht als in Deutschland. Du gibts dein Rezept ab, und setzt dich hin zum warten. Die Apothekerin füllt ganz viel Zeug aus und sucht die Medikamente aus einem Hinterzimmer. Eine andere Apothekerin übernimmt dann, erklärt was wann genommen wird und kassiert das Geld.
Das wäre ja alles schön und gut gewesen, wenn ich genug Geld gehabt hätte, aber Pustekuchen! Mein letztes Geld habe ich nämlich im Krankenhaus gezahlt. Also hab ich meine Situation erklärt und gefragt wo die nächste Post ist, da kann ich nämlich problemlos Geld abheben. Glücklicherweise hatte ich eine Karte und die Post war garnicht so weit weg. Also bin ich losgestiefelt. Tjaja ihr könnt es ahnen, es hat nicht auf Anhieb geklappt. Die Post wurde nämlich gerade umgebaut oder renoviert oder so was, zumindest war sie zu. Tja scheiße gelaufen und was jetzt?!
Ich habe mich dunkel erinnert, dass am Ikebukuro Bahnhof ein Postamt ist, so weit hat meine Karte, die ich in der Hand hatte aber nicht gereicht. Also bin ich den relativ langen Weg zum Bahnhof. Am Nordeingang bin ich in den Bahnhof, habe auf eine Karte gesehen, und ihr könnt es vielleicht ahnen... die Post war natürlich am anderen Ende und ich muss euch sagen, die verdammten Tokyoter Bahnhöfe sind nicht gerade klein und es ist immer scheiße viel los. Also habe ich mich geschlängelt und gequetscht und zwei mal verlaufen, trotz wirklich guter Beschilderung. Den richtigen Ausgang hab ich gefunden (Metropolitan Plaza) eine ShoppingMall oder so. Da hab ich dann gleich an der Information gefragt wo denn die Post ist. Die haben mir den Weg erklärt (wieder raus, dann links und immer gerade aus bis der Post-Geldautomat an der rechten Seite kommt). Ich dachte schon juhu endlich geschafft... aber nein, natürlich nicht, Lena die das gesamte Pech der Welt gepachtet hat, hat leider überhört, dass sie die Rolltreppe hätte nach oben nehmen sollen.
Durch Zufall bin ich dann nach oben und raus aus der Mall und hab da eine Karte gesehen, die mir aber auch nicht geholfen hat. Ich also ein Stockwerk weiter oben wieder rein in die Mall und da wieder die Information gefragt, diesmal hat es eeeendlich geklappt. Ich also nach links und immer gerade aus, bis zu einem Flower Shop und siehe da zwei Geldautomaten. Und bevor ihr fragt ob sie außer betrieb waren (hätte mit meinem Glück ja durchaus sein können) Nein Gott sei Dank nicht!
Mit Geld zurück zur Apotheke, dann in den Kombini Suppe kaufen und dann ab ins Bett! Was für ein Tag!
 Für euer Verständnis hier eine wunderschöne Karte. Das A ist das Ryokan. die Zahlen beschreiben meinen Weg ab verlassen der Apotheke.

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