Für dieses wunderbare Erlebnis mussten wir um 5 Uhr 30 aufstehen und um 7 Uhr in Hirakata am Bahnhof sein. Von dort aus sind wir mit dem Zug nach Osaka und dann weiter mit dem Shinkansen nach Hiroshima.
In Hiroshima angekommen sind Katha und ich erstmal zu fuß durch die ganze Stadt zum Atombombendom gelaufen, das Wahrzeichen von Hiroshima. Es steht ca. 160 Meter vom Einschlagsort der Atombombe entfernt und schaut dementsprechend aus. Alle anderen zerstörten Gebäude wurden mit der Zeit abgerissen, aber dieses wurde als Andenken erhalten und schon mehr mals "restauriert" damit es nicht einstürzt.
Es ist ein ganz komisches Gefühl wenn man davor steht, ein bisschen so wie im KZ in Dachau. Man muss daran denken, wie schrecklich es war und wie viele Menschen gestorben sind.
Danach sind wir in den Memorial Park. Der Park ist wirklich schön angelegt und es gibt überall Gedenktafeln etc.
Dieses Denkmal wurde für alle Kinder errichtet, die an den Folgen der Katastrophe gestorben sind. Iniziiert wurde es von einer Schulklasse in der eine Mitschülerin an Leukemie gestorben ist. Sie hatte immer den Wunsch wieder gesund zu werden, und hat 1000 Kraniche gefaltet, weil dann nach japanischem Glauben ein Wunsch in erfüllung geht. Leider ist sie im alter von 15 Jahren trotzdem gestorben. Um ihr und allen anderen gestrobenen Kindern zu gedenken bringen viele Kinder und Schulklassen hunderte von Kranichen und hängen sie in die Boxen, die um das Denkmal herumstehen.
Um 13 Uhr wurden wir zu einem Vortrag von einer Überlebenden eingeladen. Sie war zum Zeitpunkt der Atombombe 13 Jahre alt und hat 2 km entfernt vom Epizentrum gearbeitet als die Bombe explodiert ist. Sie hat mit unglaublich vielen Details beschrieben wie sie die Zeit erlebt hat. Wie sie berge von Leichen in den Straßen gesehen hat und Menschen, die wie Zombies mit herunterhängender Haut durch die Straßen geirrt sind.
Irgendwann wurde es mir zu viel und ich bin raus gegangen, ich hab es einfach nicht mehr ausgehalten und mir war kotz übel. Ich weiß wirklich nicht, wie diese Frau das alles überleben konnte und wie man so ein Erlebnis verarbeiten kann.
Danach sind wir dann noch ins Museum und haben uns die ganze Geschichte durchgelesen. Sehr interessant, muss man mal gesehen haben, wenn man in Hiroshima ist.
Weil wir kein Hostel buchen konnten, wegen dem verlängerten Wochenende und weil wir so spät dran waren hatten wir keine Übernachtungsmöglichkeit. Also sind wir erstmal durch die Shoppingstraßen von Hiroshima und haben uns ein bisschen umgeschaut. Dann sind wir in ein winziges typisch japanisches Restaurant die Spezialität von Hiroshima essen gegangen. OKONOMIYAKI!!!!
Soooo ultralecker aber leider viel zu viel. Katha hat grade mal die Hälfte geschafft und ich musste nach ca 3/4 auch aufgeben. Schade schade. (Wenn ich mir die Bilder grad so anschau bekomm ich echt Hunger)
Danach sind wir in ein kleines Cafe am Flussufer um bisschen Zeit tot zu schlagen und unsere Füße zu entlasten. Dort haben wir Umeshuu getrunken (Pflaumenwein). Mein Lieblingsgetränk in Japan. Und danach noch einen Cafe.
Um ca. 10 Uhr sind wir dann zurück zum Bahnhof um ein Internet Cafe zum übernachten zu finden. War auch eigentlich kein Problem, nur den armen Angestellten haben wir ganz schön ins schwitzen gebracht. Armer Kerl, musste er auch die Gaijins abbekommen. Aber es hat dann doch alles geklappt und wir haben eine Liegekabine für 9 Stunden bekommen. Wir waren noch bis um 1 Uhr wach und haben uns bisschen umgeschaut und haben dann, erstaunlicherweise ziemlich gut, bis 6 Uhr geschlafen.
Um 7 sind wir ausgecheckt und haben zu unserer komplatten verwirrung pro Person nur 11€ gezahlt. Naja ich kann damit leben.
Mit dem Zug und einer Färe sind wir dann auf die kleine Insel Miyajima gefahren, die für ihr Rotes Tor bekannt ist, das im Wasser steht. Dort haben wir erstmal schön von allem Fotos gemacht und uns in aller ruhe umgesehen. Um halb 9 Morgens war natürlich noch nicht viel los, was wirklich sehr angenehm war.
Auf der ganzen Insel laufen Rehe rum, sie haben überhaupt keine Angst und lassen sich streicheln und Füttern. Echt voll süß.
Das ist das berühmte Tor. Als wir in der Früh angekommen sind, war grade ebbe und deshalb konnten wir sehr nah an das Tor ran und wirklich tolle Fotos machen. Die Flut kam erst langsam und wir wollten unbedingt warten, bis sie da ist, um dann nochmal Bilder davon zu machen.
Also sind wir zu einem großen Tempel am Berghang gelaufen und haben uns den angeschaut. Auf dem Rückweg sind wir dann noch in ein kleines Cafe und haben einen echten japanischen Grünen Tee getrunken und dazu japanische Okashi (süße Stückchen) gegessen.
Danach sind wir dann wieder zurück und haben nochmal Fotos vom Tori gemacht.
Dann hab ich noch gegrillte Austern gegessen, eine Spezialität aus der Gegend. Wirklich wirklich lecker.
Und danach sind wir dann zurück nach Hiroshima gefahren. Wir waren total fertig, uns haben die Füße geh getan und wir mussten noch 6 Stunden Zeit totschlagen, bis unser Nachtbus gekommen ist. Also sind wir in ein Restaurant und haben Pizza gegessen, dann sind wir ein bisschen am Bahnhof rumgesessen und haben CDs in einem Secound-Hand verkauf am Bahnhof gekauft. Dann haben wir noch Gyudon zu abend gegessen und uns ein bisschen mit zwei anderen Ausländern unterhalten, bis wir um 22 Uhr endlich in den Bus einsteigen konnten und die Heimreise angetreten sind. Der Bus war wirklich unbequem und wir haben kaum geschlafen.
Um 8 Uhr morgens waren wir dann eeeeendlich zuhause und sind total müde und fertig ins Bett gefallen.
Alles in allem ein geiler Wochenend Trip.
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